Frausein, Verletzlichkeit und Image -- Kaiserin Elisabeth

Es passt ganz gut zum vorherigen Post. Wieder eine weibliche Ikone. Ich habe eine kleine Fernsehdoku über Kaiserin Elisabeth (alias 'Sissi') gesehen. In rechter Freiheit (für die damalige Zeit) erzogen worden und in der höfischen Welt dann verkümmert.

Mit Hungerkuren und Sport quälte sie sich, um ein jugendliches Ideal zu erhalten. Wie modern ....
Was muss das für eine unglückliche und getriebene Frau gewesen sein ...

Was ich nicht wusste, war, dass sie auch Gedichte schrieb und eine glühende Verehrerin von Heinrich Heine war:


An die Gaffer
Ich wollt´, die Leute liessen mich
In Ruh´ und ungeschoren,
Ich bin ja doch nur sicherlich
Ein Mensch, wie sie geboren.
Es tritt die Galle mir fast aus,
Wenn sie mich so fixieren;
Ich kröch´ gern in ein Schneckenhaus
Und könnt´ vor Wut krepieren.
Gewahr´ ich gar ein Opernglas
Tückisch auf mich gerichtet,
Am liebsten sähe ich gleich das,
Samt der Person vernichtet.
 

(Winterlieder: Cromer, Norfolk 1887)

(Quelle)

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