Posts

Es werden Posts vom 2017 angezeigt.

Ganz grosses Kino, das aber nur eine billig produzierte Serie war (;

Manchmal glaubt eine, dass das, was sie grade erlebt, das ganz grosse Kino ist. Dass das nun der Richtige ist, weil sich das Leben mit ihm echt und tief anfühlt. Dass beide gerade daran sind, Schiffbruch mit ihren einzelnen Leben zu erleiden, geht ganz vergessen. Egal. Hautptsache die Emotionen knallen gut rein.

Doch wenn die Trümmer dann alle an Land geschwemmt wurden -- und man mit -- und man sich in der Robinsonade gemeinsam häuslich einrichtet, beginnt nicht das Abenteuer, sondern es endet.

Genau da. Und das Kammerspiel beginnt. Denn dann erkennt man im anderen nur noch eines: den Schiffbrüchigen*.

Wie sind wir nur auf dieser verdammten gottverlassenen Insel gelandet?! 







* Und weil ich nicht so sein will und im Grunde auch nicht so bin; du hast auf immer einen festen Platz in meinem Herzen, schiffbrüchiger Fährmann ... das weisste ...

Die Wildnis in mir (Weiblicher Zyklus, weibliche Kraft)

Bild
Vor einiger Zeit fühlte ich mich wehleidig, melancholisch, ganz ohne Tatkraft und Schwung. Die mentale Kraft brach einfach weg. Zack.

Was mich erschreckt hat und an alte Zeiten erinnert hat: Je mehr ich meinen Willen anstrenge, desto weniger geht.

Es machte mir Mühe, mich diesem Zwang, wie ich ihn empfand, wieder unterzuordenen. Dennoch war es einfach not-wenig in diesem Moment. Nichts anderes ging mehr. Ich musste mich fügen.

Ich bin dann alles langsam angegangen, hab nur wenig zu Hause gemacht und bin stattdessen stundenlang draussen unterwegs gewesen. Das hat gut getan. Zwei Tage darauf bekam ich meine Tage, nach einem kurzen 21 Tage Zyklus.

Erstaunlich wie diese Rhythmen eine prägen. Warum es diesmal so rasch gehen musste, weiss ich nicht.

Aber wieder einmal ist mir bewusst geworden, dass es diese Wildnis in mir gibt, die sich ihren Raum nimmt, in deren Rhythmus ich -- entweder mitschwinge -- oder durch den ich gnadenlos gebeutelt werde, wenn ich in meinem zivilisierten Zustand von…

Schönsein vs. Einzigartig-Sein (Aussehen)

Die letzte Zeit habe ich mich stark mit dem Thema "Schönheit" beschäftigt. Ich habe das Buch von Tine Wittler gelesen: Wer schön sein will, muss reisen. In diesem Buch reist die Autorin nach Mauretanien, dem Land der runden Frauen. Traditionell gilt dort eine dicke Frau als schön, je dicker desto besser.
In Mauretanien führte das Ideal dazu, dass früher bereits kleine Mädchen gemästet wurden, nur damit sie ein gutes Leben im gesellschaftlichen Sinne bekommen würden (Heirat, Familie). Heute ist der Zwang zum Dicksein weniger ausgeprägt, aber latent noch vorhanden. Dicke Männer hingegen, die will niemand.

Dass die maurentanischen Frauen äusserst stark und selbstbewusst sind, das lernt eine in diesem Buch auch, ebenfalls wie reich die mauretanische Kultur ist. Die Lektüre lohnt sich auf jeden Fall!

Für Tine Wittler wird dies zu einer sehr wichtigen Reise. Ich selber habe viel, sehr viel gelernt durch dieses Buch, es liest sich nur sehr anstrengend, weil es in Tagebuchform …

Frausein, Verletzlichkeit und Image -- Kaiserin Elisabeth

Es passt ganz gut zum vorherigen Post. Wieder eine weibliche Ikone. Ich habe eine kleine Fernsehdoku über Kaiserin Elisabeth (alias 'Sissi') gesehen. In rechter Freiheit (für die damalige Zeit) erzogen worden und in der höfischen Welt dann verkümmert.

Mit Hungerkuren und Sport quälte sie sich, um ein jugendliches Ideal zu erhalten. Wie modern ....
Was muss das für eine unglückliche und getriebene Frau gewesen sein ...

Was ich nicht wusste, war, dass sie auch Gedichte schrieb und eine glühende Verehrerin von Heinrich Heine war:


An die Gaffer
Ich wollt´, die Leute liessen mich
In Ruh´ und ungeschoren,
Ich bin ja doch nur sicherlich
Ein Mensch, wie sie geboren.
Es tritt die Galle mir fast aus,
Wenn sie mich so fixieren;
Ich kröch´ gern in ein Schneckenhaus
Und könnt´ vor Wut krepieren.
Gewahr´ ich gar ein Opernglas
Tückisch auf mich gerichtet,
Am liebsten sähe ich gleich das,
Samt der Person…

Frausein, Verletzlichkeit und Image (Frida Kahlo)

Erschaffung eines Image. Ich denke da an die mexikanische Künstlerin Frida Kahlo (1907 bis 1954), die heute noch für viele Frauen eine Inspiration ist. Kürzlich hatte ich mal einen Bildband aus der Bibilothek ausgeliehen, in dem es um ihre Kleidung geht, das ganze Buch handelte davon.

Vor der Kamera und auf ihren Bildern hat sie sich stets perfekt inszeniert. Was für eine Frau! Eine Stilikone, die auch heute immer wieder zitiert wird. Auch in den Fotostrecken von Modeevents sieht man Fridas Ideen.

Dass sich hinter den inszenierten Fotos dieser Ikone ein zutiefst verletzter und verletztlicher Mensch verbarg, und keinesfalls nur ein Superweib, das geht komplett vergessen. Aus ihrem Werk und anderen Zeugnissen geht es deutlich hervor: Das Leiden, der Schmerz, die Trauer.

Ihre weiten Röcke und die tunikaartigen Gewänder sollten ihre Gebrechen verbergen. Das durch Kinderlähmung kürzere linke Bein und den durch ihren schweren Unfall (als Jugendliche) zerschmetterten Körper (Wirbel…

Der Po von Seite 2

Dass Frauenzeitschriften keine feministischen Zeitschriften sind, ist ja allgemein bekannt. Meine Welt deckt sich nur zu einem sehr geringen Prozentsatz mit diesen Heftchen. Ich lese gerne etwas Promi-Klatsch zwischendurch und schaue mir die Produkte, Accessoires und die Modestrecken an -- um dann bald wieder in meine eigene Welt einzutauchen. Ich identifiziere mich nicht damit und geniesse es doch hin und wieder ...

Was mir mehr zu denken gibt, ist die Alltagskultur abseits der Frauen- und Hochglanzmagazine. Auffällig wie konservativ und suggestiv sexistisch beispielsweise die beiden grossen kostenlosen Schweizer Pendlerzeitungen sind, die allmorgendlich und allabendlich ausliegen.

Da steht dann, wie toll der Knackpo von X. (gross abgebildet im Bikinihöschen) sich erhalten hat, wo doch die gute Frau bereits Mitte dreissig (!) ist -- und wie manche Frau da wohl neidisch darauf ist.

Da gehts nicht nur um die alte Weisheit "Sex sells" (der Po von X.), nein, da wird im subtilen …