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Frausein, Verletzlichkeit und Image -- Kaiserin Elisabeth

Es passt ganz gut zum vorherigen Post. Wieder eine weibliche Ikone. Ich habe eine kleine Fernsehdoku über Kaiserin Elisabeth (alias 'Sissi') gesehen. In rechter Freiheit (für die damalige Zeit) erzogen worden und in der höfischen Welt dann verkümmert.

Mit Hungerkuren und Sport quälte sie sich, um ein jugendliches Ideal zu erhalten. Wie modern ....
Was muss das für eine unglückliche und getriebene Frau gewesen sein ...

Was ich nicht wusste, war, dass sie auch Gedichte schrieb und eine glühende Verehrerin von Heinrich Heine war:


An die Gaffer
Ich wollt´, die Leute liessen mich
In Ruh´ und ungeschoren,
Ich bin ja doch nur sicherlich
Ein Mensch, wie sie geboren.
Es tritt die Galle mir fast aus,
Wenn sie mich so fixieren;
Ich kröch´ gern in ein Schneckenhaus
Und könnt´ vor Wut krepieren.
Gewahr´ ich gar ein Opernglas
Tückisch auf mich gerichtet,
Am liebsten sähe ich gleich das,
Samt der Person…

Frausein, Verletzlichkeit und Image (Frida Kahlo)

Erschaffung eines Image. Ich denke da an die mexikanische Künstlerin Frida Kahlo (1907 bis 1954), die heute noch für viele Frauen eine Inspiration ist. Kürzlich hatte ich mal einen Bildband aus der Bibilothek ausgeliehen, in dem es um ihre Kleidung geht, das ganze Buch handelte davon.

Vor der Kamera und auf ihren Bildern hat sie sich stets perfekt inszeniert. Was für eine Frau! Eine Stilikone, die auch heute immer wieder zitiert wird. Auch in den Fotostrecken von Modeevents sieht man Fridas Ideen.

Dass sich hinter den inszenierten Fotos dieser Ikone ein zutiefst verletzter und verletztlicher Mensch verbarg, und keinesfalls nur ein Superweib, das geht komplett vergessen. Aus ihrem Werk und anderen Zeugnissen geht es deutlich hervor: Das Leiden, der Schmerz, die Trauer.

Ihre weiten Röcke und die tunikaartigen Gewänder sollten ihre Gebrechen verbergen. Das durch Kinderlähmung kürzere linke Bein und den durch ihren schweren Unfall (als Jugendliche) zerschmetterten Körper (Wirbel…

Der Po von Seite 2

Dass Frauenzeitschriften keine feministischen Zeitschriften sind, ist ja allgemein bekannt. Meine Welt deckt sich nur zu einem sehr geringen Prozentsatz mit diesen Heftchen. Ich lese gerne etwas Promi-Klatsch zwischendurch und schaue mir die Produkte, Accessoires und die Modestrecken an -- um dann bald wieder in meine eigene Welt einzutauchen. Ich identifiziere mich nicht damit und geniesse es doch hin und wieder ...

Was mir mehr zu denken gibt, ist die Alltagskultur abseits der Frauen- und Hochglanzmagazine. Auffällig wie konservativ und suggestiv sexistisch beispielsweise die beiden grossen kostenlosen Schweizer Pendlerzeitungen sind, die allmorgendlich und allabendlich ausliegen.

Da steht dann, wie toll der Knackpo von X. (gross abgebildet im Bikinihöschen) sich erhalten hat, wo doch die gute Frau bereits Mitte dreissig (!) ist -- und wie manche Frau da wohl neidisch darauf ist.

Da gehts nicht nur um die alte Weisheit "Sex sells" (der Po von X.), nein, da wird im subtilen …

Ich bin bin nicht mehr die, für die du mich hältst

.. ich bin bereits weiter gewandert, war weit weg, bin zurück und staubig von der Reise. Du kommst mir bekannt vor, kennen wir uns? Will ich noch, dass du mich kennst? Ich weiss, du kanntest mich mal, doch ich gleiche mir nur noch, ich bin bereits in einer neuen Haut, in einer anderen Welt, in einem neuen Leben. Doch für dich lächle ich, damit du nicht erschrickst.

Kantiger und auffälliger

... als andere, bin ich auf jeden Fall. Äusserlich. Es ist mir nicht immer bewusst, dass mein Aussehen polarisieren könnte. Ich habe auch nicht deswegen ganz kurze Haare, die Provokation ist es nicht (mehr), sondern weil ich mich damit einfach wohler fühle. Mit kurzen Haaren fühle ich mich aufgeräumter und kann klarer denken. Zudem trage ich keinerlei Make-Up.

Mit Mitte 20 hab ich die meine "alten Zöpfe" abgeschnitten -- meine lange wallende Mähne wich einem orangerotfarbenen Millimeterschnitt. Ab da hab ich mich neu definiert, auch äusserlich. Das mit den Haaren ist ja so eine Sache. Da hab ich schon mal drüber geschrieben.

Kantiger. Das bin ich auf jeden Fall optisch. Für mich war das wichtig. Mich so zu verändern. Es musste sein. Heute gehts mir nicht mehr um die Provokation. Doch kurz müssen sie immer noch sein, die Haare. Weil es für mich so stimmt.

Es hat nach dem radikalen Schnitt aber doch nochmal 10 Jahre gedauert, bis ich mich auch beim Kleiderkaufen souveräne…

Ich bin für mich da

Heisst auch: Ich bin für mich da und nicht, um dir zu gefallen. Das ist ja eh so ein Frauending. Gefallen wollen! Ich finde es befreiend, diesem Muster nicht mehr zu folgen. Es bewusst zu erkennen und beiseite zu legen. Es gefällt mir, mir selber zu gefallen ...

Blumen und Knochen

Das klingt gegensätzlich und gehört doch beides zum Leben. Heute wurde mir klar, wie sehr ich beides bin. Ich habe eine sehr liebliche Seite, blühend, duftend, wie ein sonniger Frühlingstag. Menschen in meinem Alltag reagieren positiv auf mich, weil ich Leben in die Bude bringe, lustig bin. Das Leben überbordet in Blütenpracht. Ich bin der Frühling persönlich. Die Blumenfrau voller Lachen und Heiterkeit. Blumen.

Knochen, das gehört auch zu mir, das sind die starren Strukturen, die voller Mark stecken und das Leben bilden -- und sie sind die Essenz, die zurückbleibt, wenn man das Leben "eingekocht" hat, wenn alles verdampft ist was mal Fleisch war -- und wir nur noch Staub sind. Reduziert. Starr. Knochentrocken kann ich auch sein und hart. Menschen weichen vor mir zurück, weil sie mich nicht verstehen, mich nicht einordnen können. Knochen symbolisieren für mich auch den Schatten, die Nacht des menschlichen Daseins, den Abgrund, die Vergänglichkeit, den Tod, die schwarze Götti…